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Wie bei allen
Säugetieren ist auch bei unseren Kaninchen die Muttermilch von größter
Bedeutung. Besonders bei der Ernährung in den ersten Lebenstagen der Jungen ist
diese kaum durch andere Dinge zu ersetzen. Für 15 - 18 Tage bedeutet sie
alleinige Nahrung und versorgt die Jungen mit allem, was an lebensnotwendigen
Nähr - und Wirkstoffen für die Entwicklung entscheidend ist. Die Menge
schwankt sehr stark ist unter anderem von den nachstehend aufgezeigten Faktoren
abhängig.
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| 1. |
Größe der
Rassen |
| 2. |
Futterqualität
und verabreichte Menge |
| 3. |
Jahreszeit |
| 4. |
Belastung der
Häsin |
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Zu Pos. 3 und 4
sei festgehalten, dass eine 0,1 nicht immer die gleiche Menge Milch produziert.
Das Frühjahr, als die von der Natur vorgegebene Wurfzeit, bringt erhebliche
Vorzüge bei der Fütterung und somit auch bei der Milchleistung. Weiter sei
vermerkt, dass z.B. wenige Junge nur wenige Zitzen ansaugen und die 0,1 sich auf
diese Leistung einstellen kann. Durch große Würfe wird die Milchleistung auf
ein Höchstmaß gefordert. Ich will hierbei nicht für Wurfstärken von über 8
Jungtiere werben, sondern nur als Beispiel auf die vielen Fakten verweisen, dass
z.B. 7 Junge Deutsche Riesen entscheidend mehr Milch brauchen als 4 oder 5
Widderzwerge.
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Eine
Neuseeländerhäsin von etwa 4,3 Kilogramm Lebendgewicht erzeugt bei einer
Wurfstärke von 8 Tieren etwa nachstehend aufgezeigte Menge, die nicht bei allen
Tieren die gleiche Qualität haben müssen.
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| 3. |
Lebenstag |
150 |
Gramm |
| 12. |
Lebenstag |
285 |
Gramm |
| 40. |
Lebenstag |
80 |
Gramm |
| 55. |
Lebenstag |
30 |
Gramm |
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Diese Zahlen
zeigen sehr eindeutig, dass die Jungtiere nach etwa 40tägiger Säugezeit (Der
Veterinär spricht von der Laktationszeit), ohne das sie Schaden nehmen, von der
Häsin abgesetzt werden können. Eine weitere Säugezeit ist zwar nicht
schädlich, bringt jedoch kaum erkennbare oder belanglose Vorzüge.
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Die 0,1 WN mit
4,2 Kg Gewicht erzeugt durchschnittlich je Tag in der Säugezeit zwischen dem 15
- 20 Tag 40 bis 42 Gramm Fett. Dies entspricht je Kg Lebendgewicht etwa 10
Gramm. Bei Eiweiß liegen diese Werte bei 30 - 32 Gramm, bzw. bei 8 Gramm je Kg
Lebendgewicht.
Wollte eine
Milchkuh, bezogen auf das Lebendgewicht, die gleiche Leistung mit etwa 3,5% Fett
und dem Eiweißanteil, müsste sie ca. 191 Kg oder Liter Milch geben. Diese
Leistung ist z.Z. noch nicht möglich und wird auch in naher Zukunft wohl nicht
erreicht werden.
Wir als Züchter
müssen erkennen, dass unsere Kaninchen mit der beginnenden Trächtigkeit und der
gesamten Säugezeit ein besonders abwechslungsreiches und gutes Futterangebot
erhalten.
Meist wird das
gereichte Futter sehr gierig aufgenommen. Ich kann und will kein Patentrezept
für die Fütterung erstellen, da hierzu zu viele Dinge zu berücksichtigen
sind. Da uns ganzjährig das Industriefutter (Pellets) zur Verfügung steht, wie
auch gutes Heu ist die Futtergrundversorgung gesichert. Der Jahreszeit
entsprechend können dann Knollen, Wurzel, Blätter, Kräuter. aber auch
einfaches Gras den Speiseplan bereichern. Wasser hat immer zu freien Verfügung
zu stehen, da insbesondere bei einer säugenden Häsin der Milchanteil absinken
würde.
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Auch Angaben von
Dr. Nimantulin von 1960, die 1964 von Dr. Dorn bestätigt wurde, wird für 1
Gramm Gewichtszunahme etwa 2,5 Gramm Milch verlangt bzw. gebraucht. Die
Gewichtszunahme ist sehr unterschiedlich abgestuft, so ist sie in den ersten 3
Lebenstagen besonders hoch durch die extrem inhaltreiche Kolostralmilch (erste
Milch nach dem Wurfakt). Die genügende Leistung tritt bei einigen Häsinnen
aber auch erst am 4. oder 5. Tag nach dem Wurfakt ein. Bis dahin werden die
Jungen mehr schlecht wie recht versorgt. Hierdurch bedingt ist auch erst ab dem
5. Lebenstag eine deutliche Gewichtszunahme erkennbar. Aufbauend bis etwa zum 9.
Lebenstag und dann etwa gleichbleibend bis zum 15. Tag ist die Milchproduktion
der 0,1 und daran gekoppelt die Gewichtssteigerung.
Ab dem 18. Tag
nach dem Wurf sinkt die Leistung der 0,1 langsam wieder ab und somit auch die
Zunahme an Lebendmasse unserer Jungtiere. Wie schon erwähnt haben
Säugeleistungen nach dem 40. Tag nur noch wenig Einfluss auf die
Gewichtszunahme, sind jedoch nicht bedeutungslos. Gesunde, gut gesäugte
Jungtiere Kommen mit dem 20. bis 23. Tag zum ersten Mal aus den Nestern oder
Wurfkisten, um dann selbstständig das erste gereichte Futter aufzunehmen. Bei
vielen Säugetieren ist die Milch am Ende der Säugezeit, inhaltlich die Beste,
dies ist bei unseren Kaninchen noch nicht untersucht bzw. nachgewiesen und
bestätigt. Längere Säugezeiten als 7 Wochen (40 Tage) sind nicht
ungefährlich, denn die Infektionsgefahr erhöht sich, wie auch die Beunruhigung
der Jungen durch die 0,1 oder der Wurfgeschwister.
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Alle
vorgenannten Zahlen und Aufzeichnungen rechtfertigen es, dass wir unsere 0,1
etwa 40 Tage nach dem Wurfakt erneut belegen lassen. Die Jungen werden dann
einige Tage später abgesetzt. Dies sollte unbedingt Portionell erfolgen, damit
die Restmilchproduktion abgebaut wird. Häsinnen, aber auch der kommende
Wurf, nehmen hierbei keinen Schaden.
Für die
Milchleistung der Häsin sind auch in erheblichem Maß, erbliche Veranlagungen
zuständig. Hier ist immer davon auszugehen, dass die 0,1 gesund und erwachsen
ist. Wenn die Milchleistung einer 0,1 größer ist, als es durch die
aufgenommene Futtermenge möglich ist, baut jede gesunde Häsin einen Teil der
eigenen Körpersubstanzen ab. Für uns als Züchter ist dies als Abmagerung
erkennbar. Durch diesen Abbau entstehen keine bleibenden Schäden und die
Gewichtsabnahme wird nach dem Absetzen der Jungen schnell wieder aufgeholt.
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Die
Kolostralmilch ist besonders reich an Nähr -, Mineral - und Wirkstoffen. Der
Eiweißgehalt ist 6 mal größer als bei der sogenannten fertigen oder reifen
Milch. Diese reife Milch wird etwa ab dem 6. Tag produziert. Durch die
Kolostralmilch wird das Darmpech, bestehend aus dem Rückständen während der
Tragezeit, gelöst und normal ausgeschieden. die Eiweißkörperchen in der
Kolostralmilch werden vollständig genutzt und sie beinhaltet auch mehr
Abwehrstoffe gegen Krankheiten als jede andere Milch.
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| Kaninchen |
12,0
% |
16,0
% |
2,0
% |
0,89
% |
67,8
% |
2,2
% |
| Rind/Kuh |
3,5
% |
3,4
% |
4,6
% |
0,17
% |
87,6
% |
0,75
% |
| Schaf |
5,1
% |
6,1
% |
4,1
% |
0,25
% |
83,57
% |
0,93
% |
| Pferd |
2,5
% |
1,6
% |
6,1
% |
0,12
% |
90,18
% |
0,5
% |
| Mensch |
1,8
% |
3,5
% |
6,5
% |
0,03
% |
88,oo
% |
0,2
% |
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Diese Angaben sind dem
Handbuch für Kaninchenzüchter Band 1, Jahrgang 1958 entnommen. Es gibt
sicherlich weitere interessante Vergleiche, aber ich will mich auf diese hier
beschränken, weil sie eindeutig die positiven Eigenschaften der Kaninchenmilch
aufzeigen.
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Von einer
Aufzucht mutterloser Jungtiere sollte man Grundsätzlich abraten. Ab dem 18. -
20. Lebenstag ist es bedingt möglich. Der Zuchtaufwand und die Kosten sind
jedoch sehr hoch. Tierarzt Dr. Schley hat im blauen Jahrbuch 1980 eine Rezeptur
für Ersatzmilch (Milchaustauscher)) veröffentlicht. Die von Dr. Schley
erzielten Erfolge, waren gemessen am Aufwand, gering.
Weiter möchte
ich vermerken, dass uns die meisten Präparate gar nicht oder schwer zugänglich
sind.
Viele weitere
Zahlen, Daten, Fakten, Tabellen und Ergebnisse wären noch möglich zu belichten
und mit Sicherheit nicht uninteressant. Ich glaube jedoch, dass ich einige
grundsätzliche Dinge aufzählen und berichten konnte.
Als Anlage füge
ich die Rezeptur für den vorgenannten Milchaustauscher bei.
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1. |
Magermilchpulver,
lactoserreduziert (Semper, 10435 Stockholm 23) - auch übliches
Magermilchpulver verwendbar |
100 g |
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2. |
Molkenprotein
70 N (Meggle Milchindustrie, 8094 Reitmehring |
60
g |
| 3. |
Trockenhefe,
Torula |
10
g |
| 4. |
Miglyol
818 (Dynamit Nobel, 5210 Troisdorf - Oberlar) |
90
g |
| 5. |
Sonnenblumenöl |
18
g |
| 6. |
Multivit.-
Lösung (Vormischung 10 g 237/7 pro Liter Wasser - La Roche) |
110
g |
| 7. |
Vit.-
B - Komplex BVK "Roche"- La Roche |
1
ml |
| 8. |
Kalk
(CaHPO4 |
2
g |
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9. |
Kalk
(CaCO3) |
2
g |
| 10. |
Mineralstoffgemisch
für Kälber (Ramikal, 2000 Hamburg) |
3
g |
| 11. |
Myofer
100 (Hoechst) |
0,02
ml |
| 12. |
DL
- Methionin |
0,4
g |
| 13. |
Wasser |
ca.
600 g |
|
| von
Johannes Bongartz, Tönisvors |
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